Monatsarchiv 20. Oktober 2020

25 Jahrfeier beim Ruderverein Grimma

Prominenz aus Sport, Gesellschaft und Politik gratuliert zum Vierteljahrhundert Ruderverein

Da Rudern ein Wassersport ist, ließen sich die Mitglieder des Grimmaer Rudervereins von etwas Regen nicht davon abhalten, am Samstag (17.10.2020) ihre 25 Jahrfeier abzuhalten. Um neun Uhr starteten die Sportler mit dem traditionellen Abrudern, bevor dann in den Feiermodus umgeschaltet wurde.

Glückwunsch vom Landesverband

Neben Vertretern regionaler Rudervereine, kamen auch Bernd Bielig und Alexander Heidrich vom Landesruderverband Sachsen, die neben Glückwünschen noch ein besonderes Geschenk im Gepäck hatten. Demnach soll der Landesrudertag 2022 wieder in Grimma stattfinden. Landrat Henry Graichen lobte in seiner Ansprache die Standhaftigkeit und den Zusammenhalt der Grimmaer Ruderer. Dabei hob er die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft besonders hervor. Er versprach, sich für die Wiederbelebung der einst vom Grimmaer Ruderverein, OBM Brück und OBM Pausch initiierten Muldenregatta Grimma -Wurzen einzusetzen und kündigte an, selbst aktiv als Ruderer an der Regatta teilzunehmen.

Landrat und Vorstand

Zum Schluss würdigte das Präsidiumsmitglied des Kreissportbundes Christian Schricker das Engagement des Grimmaer Ruderverein für das Freizeit-, Wander- und Fitnessrudern.

Der Vereinsvorsitzende Hubertus v. Below hob in in seiner Ansprache hervor, dass der Verein eigentlich schon 118 Jahre alt sei, er allerdings nach jedem politischen Wechsel neu gegründet werden musste. Die letzte Wiederbelebung sei in diesem Fall 1995 gewesen.

Auch die Fluten von 2002 und 2013 kamen Neugründungen gleich. Der Verein sei aber durch unendlich viele Spender und die Stadt Grimma so nachhaltig unterstützt worden, dass die Bedingungen im Bootshaus so gut wie nie zuvor geworden seien.

Below sagte weiter, dass mit der Fertigstellung der Roggenmühle als neues Domizil für den Seesportverein Albin Köbis, das Grossmühlenareal sehr zur Freude der Familie Gleisberg zu einem der schönsten Plätze in Grimma werden würde.

Besonderes Interesse fand bei den Ruderern ein Kassenwartbuch von 1923, das der Pastor i.R. Horst Dienelt zum Jubiläum mitbrachte. Darin sind zahlreiche interessante Einträge über Grimmaer Persönlichkeiten und Ehrenmitglieder, sowie Zahlungsvorgänge, die die beginnende Inflation wiederspiegelten, dokumentiert.

Quelle: Sepp Hoffmann, Ruderverein Grimma

Absage 46. Dresdner Elbepokal 2020

Corona hat sein nächstes Opfer gefunden. Wegen der wieder steigenden Corona Inzidenz und den damit verbundenen erhöhten Hygieneanforderungen, hat sich der Sächsische Elbe-Regatta Verein (SERV) schweren Herzens dazu entschlossen, den 46. Dresdner Elbepokal 2020 abzusagen.

Zum einen haben sicherlich einige Ruderfreunde auf Grund der Corona-Pandemie von einer Meldung gleich ganz abgesehen, zum anderen hätten Teilnehmer aus Risikogebieten (Tschechien, Berlin, etc.) einen aktuellen negativen Corona-Test nachweisen müssen, woraufhin auch diese ihre Meldung zurückzogen. Somit gab es zu wenige Meldungen, um einen sportlich attraktiven Saisonabschluss in Sachsen durchzuführen.

Das Anschreiben des SERV zur Absage könnt ihr hier lesen.

Wir schließen uns den Wünschen des SERV an und wünschen euch und uns allen, dass ihr gesund bleibt und wir nächstes Jahr wieder tolle und faire Regatten in Sachsen erleben dürfen.

Wie schön es im vergangenen Jahr war, könnt ihr hier noch einmal sehen.

Deutsche Sprintmeisterschaften 2020

Am vergangenen Wochenende (10./11.10.2020) fand nicht nur die einzige internationale Regatta statt, sondern auch die einzige nationale Meisterschaft in diesem Jahr. Auf der Havel in Werder wurde über die Kurzstreckendistanz von 450m die Deutsche Sprintmeisterschaft 2020 ausgetragen. Nachdem viele Regatten auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, waren das Interesse und damit auch das Meldefeld zur diesjährigen DSM umso größer. Im Vergleich zum letzten Jahr hatte das Meldefeld über 50% Zuwachs. Insgesamt hatten 91 Vereine zur Meisterschaft gemeldet in 438 Booten, wobei Renngemeinschaften nicht zugelassen waren.

Auch vier sächsische Rudervereine – der Pirnaer Ruderverein 1872 e.V., der Dresdner Ruderverein e.V., der Dresdner Ruderclub 1902 e.V. und SSV Planeta Radebeul Abteilung Rudern – schickten insgesamt 56 Ruderinnen und Ruderer an den Start. In den 16 Rennen mit sächsischer Beteiligung konnten sich unsere Sportler 7x ins große Finale rudern und 8x ins kleine Finale.

Besonders die B-Junioren konnten überzeugen und holten einen kompletten Medaillensatz nach Sachsen.

Nachdem Joel Wiener und Tom Salz vom Pirnaer Ruderverein 1872 e.V. im Junioren-Doppelzweier B bei einem Meldefeld von 36 Booten zunächst den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen mussten, legten sie im Halbfinale den Schalter um und zogen souverän mit fast 4 Sekunden Vorsprung ins Finale ein. Im Finale wurde es zunächst das erwartet enge Rennen, doch am Ende konnten sich die beiden Jungs aus Pirna mit 1 Sekunde Vorsprung doch recht deutlich durchsetzen und über Gold jubeln.

Silber im Junioren-Mixed-Doppelvierer B mit Steuermann geht an den Dresdner Ruderverein e.V. mit André Montan, Cate-Lynn Rochow, Helena Retzke, Tom Olbrich und Steuerfrau Ronja Stephan. Bei einem Meldefeld mit 14 Mannschaften, konnten sich die Dresdner in ihrem Vorlauf direkt für das Halbfinale qualifizieren. Im Halbfinale mussten sie sich mit einer knappen Sekunde der Ruder-Union Arkona Berlin geschlagen geben, aber mit dem Finaleinzug gab es noch eine Chance auf Revanche. Im Finale konnte Ronja Stephan ihre Mannschaft noch einmal zu Höchstleistung motivieren und den Abstand auf Berlin auf 3 Zehntelsekunden verringern, somit holten sich die Dresdner verdient den Vizetitel.

Als letztes Jahr bei den Deutschen U17 Jahrgangsmeisterschaften Pirna im Junioren Vierer mit Steuermann Bronze holte, war es für alle eine große Überraschung. Bei der deutschen Sprintmeisterschaft konnten sie die hervorragende Nachwuchsarbeit des Pirnaer Rudervereins noch einmal bestätigen und sich gegen 8 der 11 gemeldeten Boote durchsetzen. Damit geht Bronze an Joel Wiener, Florian Galties, Moritz Hübner, Anselm Kloo und Steuermann Marvin Tegtmeier. Leider schrammte das Skull Pendant aus Pirna (der gesteuerte Doppelvierer B) mit 0,7 Sekunden an Bronze vorbei, aber auch Platz 4 ist eine starke Leistung.

Gute Ergebnisse für die Männer des SSV Planeta Radebeul

Auch wenn es für die Männer vom SSV Planeta Radebeul leider nicht zu einer Medaille gereicht hat, sind die erreichten Platzierungen in den Finals durchaus achtbare Erfolge. Allen voran die Finalteilnahme von Franz Cherubim mit Platz 6 im Männer-Einer. Er profitierte vom Missgeschick Conrad Alberts im Halbfinale, als dieser einen Krebs fing. Conrad zeigte mit dem deutlichen Sieg im B-Finale, dass er durchaus in den Kampf um die Medaillen dabei gewesen wäre. Bei 22 gemeldeten Booten sind Platz 6 und 7 trotzdem tolle Ergebnisse. Auch im Männer-Doppelzweier konnten Conrad Albert und Matthias Hähnel mit Platz 8 bei 26 gemeldet Mannschaften eine gute Leistung zeigen.

Corona macht alles ein bisschen anders

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an den Ruder-Klub Werder (Havel), der gemeinsam mit dem Ressort Wettkampf ein Hygienekonzept erarbeitet und umgesetzt hat, um die Meisterschaften überhaupt durchführen zu können. Dank der tollen Organisation konnten wir ein reibungsloses Meisterschaftswochenende erleben mit vielen tollen und spannenden Entscheidungen. Auch wenn die Mund-Nasen-Masken immer noch gewöhnungsbedürftig sind, wissen wir, dass die Medaillengewinner dahinter lächelten, während sie sich gegenseitig die Medaillen übergaben.


Wer den Live Stream der Meisterschaft verpasst hat oder die Rennen noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet die Aufzeichnungen auf Sportdeutschland.de:

Samstag 11:15 – 17:16 Uhr (ab Hoffnungslaus SF 2x A bis Finale A JF 4x+ B)

Samstag 17:18 – 18:10 Uhr (ab B-Finale JM 4x+ B)

Sonntag 11:05 – 15:18 Uhr (ab Vorlauf A SM 8+ bis Hoffnungslauf A SM 8+)

Sonntag 15:35 – 18:00 Uhr (ab B-Finale SM/F 4x)

Eine Übersicht der Ergebnisse aus sächsischer Sicht findet ihr hier.

Alle Ergebnisse im Detail sind hier zu finden.

Im Folgenden noch ein paar Eindrücke per Screenshots (bitte entschuldigt die minderwertige Qualität, mehr hat die Verbindung leider nicht hergegeben):

Durchwachsene Europameisterschaften 2020

Nach dem alle Weltcups auf Grund der Corona Pandemie abgesagt wurden und auch die Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr verschoben wurden, fand am vergangenen Wochenende (09.-11. Oktober 2020) die einzige internationale Regatta in diesem Jahr statt – die Ruder-Europameisterschaften in Poznań, Polen.

Unter den 63 deutschen Sportlerinnen und Sportlern (inklusive der Ersatzleute) gingen auch 4 sächsische Teilnehmer bei den europäischen Titelkämpfen auf dem Malta-See an den Start. Nicht dabei war in diesem Jahr unter anderem das Team aus Großbritannien.

Insgesamt holte das deutsche Team 8 Medaillen, davon einmal Gold im Männerachter, 5x Silber und 2x Bronze. Für die Sachsen war die Europameisterschaft im Corona Jahr etwas durchwachsen. Es gab eine Silbermedaille im Leichtgewichts Doppelvierer der Frauen mit Marion Reichardt.


Johanna Reichardt wird Zweite im B-Finale

Die Leichtgewichtsruderin Johanna Reichardt (SC DHfK Leipzig e.V. Abteilung Rudern), verpasste leider das von ihrem Trainer Rüdiger Hauffe ausgegebene Ziel, die Finalteilnahme im Leichtgewichts Frauen-Einer. Im Vorlauf zeigte die amtierende U23 Vizeweltmeisterin eine sehr gute Leistung, aber es reichte nicht zum direkten Finaleinzug. Im Hoffnungslauf traf sie dann auf die favorisierte Schweizerin und die starke Italienerin, die an diesem Tag ihren Rollen gerecht wurden und sich die beiden Finaltickets sicherten. Im Finale holten sie übrigens entsprechend Silber und Bronze.

Nachdem es mit dem Finaleinzug im leichten Frauen-Einer leider nicht geklappt hatte, zeigte Johanna Reichardt im B-Finale noch einmal eine gute Leistung.  Nach dem Start ordnete sich die Leipzigerin zunächst auf dem 3. Rang ein, schob sich auf den zweiten 500 m aber an die Spitze des Feldes. Lange Zeit sah es nach einem Sieg für Johanna aus, doch im Schlussspurt zog die Irin noch vorbei. Damit beendete Johanna Reichardt die EM auf Platz 8.


Marion Reichardt holt Silber

Marion Reichardt, Cosima Clotten, Elisabeth Mainz und Katrin Volk (SC DHfK Leipzig e.V. Abtlg. Rudern/Neusser RV/RU Arkona Berlin/ RC Undine Radolfzell) rudern im leichten Frauen-Doppelvierer zu Silber. Im Zwei-Boote-Finale traf das deutsche Quartett auf die Weltmeisterinnen aus Italien. Im Gegensatz zum Bahnverteilungsrennen, bei dem die Italienerinnen schon früh einen größeren Vorsprung auf das deutsche Boot rausruderten, hielten die Deutschen heute lange Zeit gut dagegen.  Erst kurz vor der 1.500-m-Marke löste sich das Boot aus Italien und zog Meter für Meter davon. Am Ende betrug der Rückstand auf Gold etwas mehr als sechs Sekunden. „Für die kurze Vorbereitungszeit, die wir hatten, war es ein echt gutes Rennen. Wir haben gut gekämpft. Bei einem Zwei-Boote-Feld ist es immer schwierig, vor allem wenn man die Weltmeisterin im Lauf hat“, so Schlagfrau Katrin Volk im Interview.


Annekatrin Thiele wird Fünfte im Frauen-Doppelzweier

Annekatrin Thiele (SC DHfK Leipzig e.V. Abtlg. Rudern) und Leonie Menzel (RC Germania Düsseldorf 1904) starteten holprig in die Europameisterschaften 2020. Im Vorlauf hatten sie bei Wind und Wellen einige Schwierigkeiten und blieben auch zweimal an Bojen hängen. Somit kamen sie nicht über einen vierten Platz hinaus und mussten in den Hoffnungslauf. Dort lief es schon deutlich besser und sie zogen relativ sicher in das Finale ein.

Im Finale waren es die Rumäninnen die an der Spitze das Tempo bestimmten. Dahinter gab es ein spannendes Rennen um die weiteren Platzierungen. Leider konnten die Deutschen auf der zweiten Streckenhälfte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen und beendeten die EM als Fünfte.


Männer-Doppelvierer mit Karl Schulze wird Sechster

Die Wettkampfvorbereitung  für den Männer-Doppelvierer mit Karl Schulze (Berliner RC), Hans Gruhne (RC Potsdam), Max Appel (SC Magdeburg e.V. Abteilung Rudern) und Tim Ole Naske (RG Hansa) lief nicht gerade optimal. Auch wenn das Training nicht auf die EM ausgerichtet war, so haben Urlaub und krankheitsbedingter Trainingsausfall zusätzlich die Erfolgsaussichten verringert. Dennoch wollte das Team rund um den Sachsen Karl Schulze um die Medaillen mitfahren.

Im Vorlauf traf das deutsche Boot auf die amtierenden Weltmeister aus den Niederlanden, wobei nur der Erstplatzierte direkt in das Finale einziehen konnte. Die Holländer wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und die Deutschen mussten den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen. Im Kampf um die letzten zwei Finaltickets mussten sie nur den Vizeweltmeistern aus Polen den Vortritt lassen und gingen zuversichtlich ins Finale. Doch im sonntägigen Finale lief es gar nicht nach Plan. Während der Start noch passabel war, fielen die Männer ab der 1000m Marke deutlich zurück und kamen mit 16 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Holländer und drei Sekunden Rückstand auf die fünftplatzierten Polen als Sechste ins Ziel.


Alle A Finale könnt ihr hier noch einmal anschauen: https://www.eurovisionsports.tv/fisa/