Kategorien-Archiv Wanderrudern

7. Landeswanderrudertreffen Sachsen – Torgau 2022

Freitag, 01.07. – So, 03.07.2022

Auf der Elbe von Riesa (optional Dresden) nach Torgau und weiter bis Elster/Elbe

Aller guten Dinge sind drei. Nachdem coronabedingt das Landeswanderrudertreffen Sachsen 2020 und 2021 ausfallen mussten, sind wir guter Hoffnung für dieses Jahr.

Das Referat Wanderrudern des LRV Sachsens und der gastgebende Verein Torgauer RV laden Euch recht herzlich zur Teilnahme am 7. Landeswanderrudertreffen ein.

Im Rahmen des Landeswanderrudertreffens wollen wir mit allen Mitgliedsvereinen des LRV Sachsens und Gästen auch außerhalb Sachsens eine Wochenendwanderfahrt von Riesa über Torgau bis nach Elster/Elbe durchführen.

Um die Boote nicht nach Riesa transportieren zu müssen, bieten wir auch zwei Vorfahrten an. Die erste Vorfahrt ist eine Ganztageswanderfahrt von Dresden nach Riesa mit einer Stadtdurchfahrt Dresdens und Weiterfahrt durch das schöne Elbtal und die zweite Vorfahrt ist eine Halbtageswanderfahrt von Meißen nach Torgau mit einer Fahrt durch das schöne Elbtal. Für beide Vorfahrten ist ein Bustransfer von Riesa nach Torgau organisiert.

In der Hoffnung auf eine möglichst zahlreiche Teilnahme aller sächsischer Rudervereine sowie in der Hoffnung auch zahlreiche Gäste aus der Bundesrepublik oder dem Ausland begrüssen zu dürfen, verbleiben wir

Mit rudersportlichen Grüssen,

Dr. Bernhard Trui

Kommission Wanderrudern

LRV Sachsen

Stephan Albrecht & Sebastian Kroß

Vorstand Torgauer Ruderverein

Weitere Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung gibt es hier:

Ausschreibung-LWRT-2022

Anmeldebogen-LWRT-Sachsen-2022 – Word

Anmeldebogen-LWRT-Sachsen-2022 – PDF

Bild: Torgauer Ruderverein

Silberne Ehrennadel für Hans-Joachim Baß

Der Vorstand des Landesruderverbandes Sachsens hat den Rahmen der Landesmeisterschaft 2020 genutzt, einen Ruderer mit großen Verdiensten für den Rudersport in Sachsen zu ehren. Den ehemaligen Vorsitzenden des Torgauer Rudervereines: Hans-Joachim Baß

Während Dr. Bernhard Trui, die vom ihm sehr gut recherchierte Laudatio verlas, überreichten Tobias Roßberg (Präsident des LRV Sachsen) und Bernd Bielig (Geschäftsstellenleiter des LRV Sachsen) die Ehrennadel und die Urkunde, alles natürlich unter Einhaltung der Coronaschutzverordnung.

Hans-Joachim Baß war von 1991 – 2019 28 Jahre Vorsitzender des Torgauer Rudervereines. Er übernahm 1991 den Vorsitz in einer für alle schwierigen Zeit. Seine Verdienste für den Rudersport in Sachen umfassen:

  • Rückübertragung des alten Bootshauses des Torgauer Rudervereines nach harten und schwierigen Verhandlung mit der Treuhand
  • Sportliche Erfolge des Torgauer Rudervereines in den 90er Jahren mit einem Trainerteam und einer Trainingsgruppe von bis zu 40 Leistungssportlern
  • Aktives Wanderrudern des Torgauer Rudervereines in den 90er Jahren
  • Kauf des Bootshausgeländes von der Stadt
  • 2000-2002: Errichtung eines Rad- und Wasserwanderzentrums im alten Bootshaus mit Gaststätte und Übernachtungsmöglichkeiten durch 90% Förderung des Euro-Länder Programms und hohe Eigenleistungen der Vereinsmitglieder
  • Mitorganisation des 1. Gemeinsamen Landeswanderrudertreffens der Länder Sachsen-Anhalt und Sachsen 2016
  • Mitinitiator des neuen Wasserwanderrastplatzes Torgau, der 2019 zum Elbe Day offiziell eingeweiht wurden.

In Anerkennung der Verdienste für den Rudersport in Sachsen verleiht der Vorstand des LRV Sachsen die silberne Ehrennadel an Hans-Joachim Baß.

Wir gratulieren herzlichen zu dieser Auszeichnung und wünschen für die Zukunft alles Gute.

Über folgende Zeilen von Hans-Joachim Baß im Nachgang zur Ehrung haben wir uns sehr gefreut und können sie nur an alle ehrenamtlich Engagierten in den Vereinen und im LRV weitergeben:

„Wir sollten immer bedenken, was wir täglich für unseren schönen Sport tun und was wir seit Jahren für unsere Sportler leisten. Alle Ruderer erhalten ein gesundheitliches und gesellschaftliches Rüstzeug durch uns, von dem  sie bis ans Lebensende profitieren. Ob sie sich unserer später erinnern werden ist ungewiss, aber ein bisschen stolz auf unser ehrenamtliches Engagement dürfen wir schon sein.“

Hans-Joachim Baß

Text: Dr. Bernhard Trui, Simone Haubner

Bilder: Bernd Bielig

6. Landeswanderrudertreffen

 

Der Dresdner Ruderverein, der Meißner Ruderclub und das Referat Wanderrudern des LRV Sachsen laden euch recht herzlich ein zum 6. Landeswanderrudertreffen vom 2. – 4. August 2019. Wir werden auf der Elbe insgesamt 70 km rudern von Bad Schandau über Dresden nach Meißen. Dabei kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Am Samstagabend wird beim Dresdner Ruderverein gegrillt, Sonntagmittag kehren wir beim Biergarten der Windmühle Gohlis ein und zum Abschluss gibt es Kaffee und Kuchen beim Meißner Ruderclub.

Die detaillierte Ausschreibung findet ihr hier: https://www.sachsen-rudern.de/breitensport/aktuelle-wanderruderfahrten/

Bitte meldet euch bis 28. Juni 2019 an. Wir freuen uns auf euch!

Kirchentagrudern Tag 1 und Teilwanderfahrt MRC und Landesruderverband Sachsen

Am 20.04.2013 fand ein tolles Event beim Dresdner RV statt. Es wurden die Wanderruderer, die sich mit der Kirchentagsfahne auf den langen Weg nach Hamburg machen, verabschiedet. Viel Prominenz fand sich ein, unsere Oberbürgermeisterin Helma Orosz, der Sportbürgermeister Herr Lehmann, der Superintendent Christian Behr,  Pfarrer Maase aus Hamburg, der vor 2 Jahren zum Kirchentag in Dresden den Ruderern den Segen sprach. Die Posaunenchöre der Stadt Dresden unter der Leitung von Herrn Altmann begleiteten die Veranstaltung musikalisch.

Auch die regionale Presse war zahlreich vor Ort, um über den Beginn dieser spektakulären von Dr. Thomas Haarhoff und Dr. Bernhard Trui und Uwe Lätsch vom Dresdner RV organisierten zentralen Wanderfahrt zum Kirchentag nach Hamburg zu berichten.

Nachdem Ina Kalder, die Vorsitzende des DRV die Gäste und Ruderer begrüßte, ergriff Helma Orosz das Wort. Sie erinnerte an den Kirchentag in Dresden, der einer der schönsten Ereignisse im Jahr 2011 war. Sie sprach Worte zur Partnerschaft unserer Städte – Dresden und Hamburg und bekräftigte, dass wir alle, die Dresdner und die Hamburger in einem Boot sitzen und in eine Richtung rudern.

Danach sprach Pfarrer Maase. Er sagte, dass damals in Dresden, als die Idee entstand, die Kirchentagsfahne symbolisch nach Hamburg zu rudern, das Gefühl entstand, dass Rudern und Kirchentag zusammen gehören. Er lobte das Ehrenamt, das damit unter anderem verbunden ist und erklärte die Losung des diesjährigen Kirchentages „So viel du brauchst“. Für die Wanderfahrt wurde die Losung in „Rudern so viel du brauchst“ gewandelt.

Zum Schluss sprach Superintendent Christian Behr den Segen für die Ruderer, dass sie gesund nach Hamburg und zurück kommen.

Und so begann die Fahrt, die 12 Tage dauern soll und 633 km umfassen wird. Frau Orosz brachte die Kirchentagsfahne zum Kirchboot, das von Prominenten wie Dieter Grahn und Horst Meyer, beide ehemalige Olympiasieger 1968  sowie von Herrn Lehmann und dem Superintendenten Christian Behr unter anderem gerudert wurde. Begleitet wurde das Boot von 2 Barken, belegt mit Ruderern und Vertretern der Kirche und zahlreichen Gigbooten der teilnehmenden Vereine. Es war ein eindrucksvolles Bild.

Großer Dank gilt den Organisatoren der Veranstaltung, Dr. Bernhard Trui und Uwe Lätsch sowie dem Dresdner RV sowie Wolfgang Kusatz als Organisator der Begleitfahrt von Meißen nach Hamburg.

Und hier einige Eindrücke in Bildern:

Text und Fotos: Ute Günther – Öffentlichkeitsarbeit Landesruderverband Sachsen

Ankunft der Kirchentagsfahne in Torgau:

Teilwanderfahrt von Meißen nach Hamburg

Am 26.04.13 reisten wir vom Landesruderverband (Ute Günther, Bernd Bielig) sowie Franziska Lange, Michael Ußner und Dieter Blauert vom MRC nach Wittenberge, um die tapfere Mannschaft, die Meißen- Wittenberge im Ruderboot bereits gemeistert hat ( Wolfgang Kusatz-MRC, Wolfgang Mudra-Kettwiger RC, Frank Rebhann- Friedrichshagener RC und Marianne Altmann Deggendorfer RV) zu unterstützen.

Unsere erste Etappe führte 70 km nach Hitzacker. Diese Fahrt hatte alles zu bieten, was Petrus so bereit halten kann-Sonne, Regen, Wind, so dass wir uns stellenweise durchkämpfen mussten. Aber ein echter Wanderruderer lässt sich davon nicht die Stimmung verderben.

Dafür wurden wir am nächsten Tag auf unserer Fahrt nach Geesthacht mit strahlendem Sonnenschein und guten Wasserverhältnissen belohnt. In Geesthacht wurden wir sehr herzlich von den Vertretern der Rudergruppe Geesthacht mit einem Gläschen Sekt und einem dreifachen „Hipp Hipp Hurra“ empfangen.

Am 29.04. verabschiedeten wir uns nach einem liebevoll von den Geesthachter Ruderdamen bereiteten Frühstück, um nach Hamburg aufzubrechen. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir ab, um zunächst zur Schleuse Geesthacht zu rudern.

Pünktlich 09:00 Uhr wurden wir gemeinsam mit 3 Frachtschiffen geschleust. Wir durchruderten den 4 km langen Schleusenkanal, um dann die Elbe wieder zu erreichen. Diese empfing uns dieses Mal sehr unfreundlich. Vom Wind gepeitschte Wellen machten es uns sehr schwer und unsere Boote trieben teilweise wie Nussschalen manövrierunfähig auf dem Wasser.

Durch die hervorragende Steuerleistung unseres Freddy konnten wir für unser Boot Schlimmeres verhindern. Es schlug lediglich im Heck voll Wasser. Die andere Mannschaft hatte weniger Glück. Deren Boot schlug voll Wasser und 2 große Gepäckstücke gingen verloren. Das Boot fuhr mit Vollbesetzung, so dass die Probleme größer waren als bei uns, da wir mit einem Mann weniger ruderten.

In einer Buhne gingen wir an Land und organisierten den Rücktransport von Mannschaft und Booten. Zum Glück war der Landdienst der Teilwanderfahrt vom Dresdner RV bereits in Hamburg und holte uns und die Boote ab. Ein einheimischer Anlieger half sehr nett, kochte Tee für die leicht unterkühlten Ruderer und organisierte den Kontakt zur Polizei. Diese war dann auch vor Ort, um die Suche nach dem verlorenen Gepäck anzustoßen.

Hier einige Eindrücke von der aus Sicherheitsgründen abgebrochenen Fahrt:

01. Mai – Eröffnung des Kirchentages in Hamburg

Der 1. Mai empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Heute sollte die Kirchentagsfahne am Jungfernsteg übergeben werden.

Unsere Gruppe war im Bootshaus „Dresdenia“ in Hamburg untergebracht. Dieser Ruderverein ist ein ehemaliger Damen – Ruderverein. Jetzt rudern aber auch Männer hier mit. Da unser Meißner Boot, die „Weser“ einen Bootschaden am Vortag davon getragen hatte, haben uns die Damen des Vereines „Dresdenia“ einen C – Gig – Vierer geborgt. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich für diese Hilfe bedanken, denn so war es uns möglich, dass wir alle an der Eröffnungsveranstaltung per Ruderboot teilnehmen konnten.

Gegen 10:30 Uhr füllte sich das Bootshaus und es begann eine rege Betriebsamkeit. Gemeinsam legten wir alle Boote raus und die Vorsitzende legte die Bootsbesetzungen fest. Auf Grund des tödlichen Ruderunfalls auf der Alster trugen wir einen Trauerfloor an der Bootsfahne und die Hamburger Vereine flaggten auf Halbmast. Wir haben zusätzlich ein paar Blumen angebunden und für die Gedenkminute an der Boje 5 noch Blumen mitgeführt.

Gemeinsam mit den „Dresdenianern“ legten wir ab und da wir noch Zeit hatten, bekamen wir eine sehr schöne Führung über die Kanäle rund um die Alster. Als wir dann auf die Alster fuhren, erwartete uns ein eindrucksvolles Bild von vielen Ruderbooten überwiegend der zahlreichen Hamburger Vereine, die alle gekommen waren, um dem Kirchboot mit der Kirchentagsfahne Spalier zu stehen. Gegen 14:00 Uhr war es dann so weit. Das Kirchboot, besetzt mit Prominenten, durchruderte das Spalier und wurde mit Jubelrufen begrüßt. Es legte am Jungfernsteg an. Dort wartete bereits unsere Oberbürgermeisterin Frau Helma Orosz, um die Kirchentagsfahne in Empfang zu nehmen und an die Vertreter der Stadt Hamburg zu übergeben. Vor dem Steg machten wir mit lauten „Dresden“ – Rufen auf uns aufmerksam. Frau Orosz entdeckte unsere für sie sicher bereits bekannten Gesichter und winkte uns ebenso freudig zu. Im Anschluss drehten wir ab und ruderten zum Bootshaus zurück. Auf dem Weg hielten wir noch an der Boje 5, wo der 13-jährige Ruderer verunglückte, um Blumen ins Wasser zu legen.

Danach hieß es die Heimreise antreten. Mit dem Zug fuhren die ersten Ruderer am Abend zurück. Ein herzlicher Dank gilt unserem Wolfgang Kusatz und Dr. Bernhard Trui, den Organisatoren der Teilwanderfahrten von Meißen und Dresden aus. Beide haben diese Wanderfahrt für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Frau Orosz winkt uns zu.

Text:Ute Günther, Fotos: Ute Günther, Bernd Bielig

Kirchentag 2013

2 Jahre sind seit dem Kirchentag in Dresden vergangen und ich möchte erinnern an die tolle Veranstaltung, als die Kirchentagsfahne und die Fahne der Stadt Hamburg begleitet durch einen Rudercorso symbolisch an den Probst von Hamburg übergeben wurde. Dazu ruderten die Barken begleitet von zahlreichen Gig- und Rennbooten vom Dresdner RV aus Blasewitz nach Cotta. Und vor 2 Jahren wurde auch bereits die Idee geboren, mit Ruderbooten von Dresden nach Hamburg zum Kirchentag 2013 zu rudern.

Und jetzt ist es bald soweit. Die Wanderfahrt wurde zentral organisiert und es wird eine Kirchentagswanderfahrt geben, die so ihresgleichen sucht.

Anbei findet Ihr eine Ausschreibung zur Teilnahme an der Verabschiedung der Teilnehmer der DRV Kirchentagswanderfahrt.

Bitte gebt die Informationen an Eure Vereinsmitglieder weiter.

Über eine zahlreiche Teilnahme an der Veranstaltung freuen wir uns sehr.

Meldungen bitte möglichst per E-Mail unter Angabe des Namens und des Vereines an bernhard.trui@web.de

Und hier ist die Ausschreibung:

Ausschreibung_Kirchentag_DD

Ihr dürft euch auf schöne Berichte freuen. Und hier auch gleich mein Aufruf an diejenigen, die bis zum 26.04.13 unterwegs sind. Bitte schreibt eure Erlebnisse auf und macht schöne Fotos. Es soll ein Tagebuch der Kirchentagswanderfahrt entstehen und hier veröffentlicht werden. Ab dem 26.04.13 sind wir selbst dabei, so dass da für die Berichterstattung gesorgt ist. Vielen Dank im Voraus an alle.

Ute Günther – Öffentlichkeitsarbeit Landesruderverband Sachsen

56. TID Fahrt 2011

DRV-Fahrt im Rahmen der 56. TID

Der DRV bot auch in diesem Jahr eine Wanderfahrt auf der Donau im Rahmen der Tour International Danubien, der Kanufahrt von Ingolstadt bis zum Schwarzen Meer an. Der DRV ist Mitglied der TID-Organisation und kann so leicht solch aufwendige Fahrten organisieren. Die Gesamtfahrt geht ja von Ende Juni bis Anfang September. Einige ältere Herren fahren die ganze Tour mit. Die meisten paddeln oder rudern nur ein Teilstück.

Wir hatten uns dieses Jahr die slowakisch-ungarische Donau und einige Nebenflüsse vorgenommen, so dass am Ende 8 Flüsse und 343k m zu Buche standen.

Ich bin von Regensburg mit dem Bootstransport, der aus Köln kam, mitgefahren. Zu dritt ging es mit einer Übernachtung im Ruderclub Wachau in Dürnstein zu unserem Startpunkt in Mosonmagyarvaros an der Mosoni-Donau. Dort konnten wir beim örtlichen Ruder-und Kanuverein zelten. Auf der TID wird übrigens ausschließlich gezeltet. Im Laufe des Tages trudelten auch die 6 Bahnfahrer ein. Wir waren komplett. 3 Kölner, 4 Jenaer, 1 Kopenhagenerin und ich.

Am ersten Tag ruderten wir die Mosoni-Donau 12 km stromauf. Die Mosoni-Donau ist ein rechter Seitenarm der Donau beginnend hinter Bratislava und führt durch ein riesiges Auwald-Reservat. Sie strömt ganz ordentlich. Durch herabhängende Äste und schrägstehende Bäume gab es viele Engstellen mit noch mehr Strömung. Ich denke, die 12 km waren mehr wert als von uns 13 k m nach Radebeul. Auf der Rückfahrt sind wir noch 2 km in die Leitha (Lajta) gefahren. Sie kommt aus Österreich und mündet in Mosonmagyarvaros.

Auf der Mosoni-DonauBis zur Donau hatten wir noch 90 km zu bewältigen, die wir auf zweieinhalb Tage verteilten. Auf einem kleinen einfachen Campingplatz in Mecsér, der übrigens sehr sauber war, verbrachten wir eine Nacht und fuhren dann weiter bis zum Ruderclub in Györ (Raab). Die Stadt ist sehr schön restauriert mit vielen alten Häusern, großer Fußgängerzone vielen guten Restaurants und einer schnurgeraden 2000-m-Regattastrecke mit 4 Startbahnen. Es herrschte bei den Ruderern und noch mehr bei den Kanuten ein sehr reger Trainingsbetrieb.

Am nächsten Morgen mussten wir uns natürlich die Raab, die mitten in Györ mündet und der Stadt den Namen gab, ansehen und 2km  hinauf rudern. Nach 9 km Mosoni-Donau erreichten wir dann die große Donau am Fluss-km 1794. Bis zur Mündung der Waag (Vah), die aus der Tatra kommt, waren noch 28km zu rudern und 3 km die Waag hinauf. Der TID-Zeltplatz befand sich beim Kanuclub, der auch ein Kanu-Leistungszentrum beheimatet. Die Waag ist auf ihren letzten 30 km annähernd so breit wie unsere Elbe und strömt mindestens so wie die Elbe bei 2m Wasserstand. Wir waren hier übrigens auf der slowakischen  Seite der Donau in Komárno, das mit dem heutigen Komarom auf ungarischer Seite zu k. u. k.-Zeiten die Stadt Komorn bildete.

Wir hatten hier 2 Tage Zeit zum Rudern, Erholen und Besichtigen. Den ersten Tag nutzten wir gleich, um die Waag 23 km aufwärts zu rudern bis zur Mündung der kleinen (Mály) Donau, die in Bratislava abzweigt und die Auen auf der linken Donauseite umfließt. Sie ist auch von Bratislava aus ruderbar. Hier sind wir natürlich auch ein Stück hineingefahren, um unseren 5. Fluss zu rudern.

Auf der Waag

Der nächste Tag war ein Ruhetag, wenn man die Festungsbesichtigung in Komarom bei 35° im Schatten als Erholung bezeichnen will. An dieser Stelle der Donau gab es auf ungarischer Seite 3 Festungen und auf  slowakischer Seite 12 Bastionen um die Stadt verteilt. Sie waren alle zum Schutz vor Türkeneinfällen nach der Belagerung von Wien errichtet worden und sind nie erobert worden. In Komárno ist der Europaplatz sehr interessant. Hier sind aus allen europäischen Nationen typische Häuser errichtet mit Wohnfunktion, Geschäften und Restaurants. Leider ist er noch nicht fertig. Seit meinem ersten Besuch 2002 ist noch nichts hinzugekommen. In Bootshausnähe hatten wir eine schöne ?arda (Fischrestaurant) entdeckt, wo wir uns an den Abenden wunderbar mit Fischgerichten verwöhnen ließen.

Mittlerweile trafen auch die Paddler der TID ein, so dass der Zeltplatz mit ca. 100 Zelten gut belegt war. Das ist aber noch lange nicht die Obergrenze bei der TID. Wir sind ab hier die nächsten Etappen der TID mitgefahren. Die nächste führte uns gleich nach dem slowakischen Šturovo, direkt gegenüber der Basilika von Esztergom. Die beiden Orte wechseln sich jährlich als TID-Gastgeber ab.

Am nächsten Tag war unser Ziel Visegrad am berühmten Donauknie. Ab jetzt waren die Ungarn als Organisatoren gefragt. Eine Burgbesichtigung wurde angeboten. Das TID-Abendessen bestand schon ab Komárno meist aus einer Goulasch-Variation, schließlich befanden wie uns auf der Goulasch-Donau. Die Qualität des Essens war aber wie überall in Ungarn und der Slowakei sehr gut !

Szentendre

Wir waren jetzt schon vor den Toren von Budapest. Vorbei an der Szentendre-Insel sind wir auf der 30km langen Szentendre-Donau gerudert. Im Städtchen Szentendre haben wir erst einmal gut zu Mittag gegessen. Szentendre ist ein berühmter und sehr hübscher Malerort, sehr stark von Touristen frequentiert.  Am Nachmittag erreichten wir den TID-Zeltplatz auf der Obuda-Insel.  Hier erwischte uns nachts schon das 2. schwere Gewitter, und am Morgen am Ruhetag goss es auch in Strömen. Mit einem Sonderschiff erlebten wir erst eine Stadtrundfahrt, die durch den Regen nicht so richtig genossen werden konnte. Nach dem Aussteigen an der Elisabeth-Brücke mussten wir uns erst einmal einen Drogerie-Schirm kaufen. Wir haben dann die Stadt individuell erkundet, da jeder schon in Budapest war. Ich habe mir den Heldenplatz vorgenommen und bin dann durch berühmte Markthalle geschlendert. Sie war ja vor einigen Jahren total abgebrannt und strahlt jetzt wieder in neuem alten Glanz.

Die Stadtdurchfahrt am nächsten Tag war auch durch trübes Wetter etwas abgewertet. Wir sind dann gleich nach 11 km abgebogen und haben die TID für 2 Tage (TID fährt nur Haupt-Donau) verlassen. Mit einer Schleuse ist die Rackeve-Donau abgeriegelt, ein alter Donauarm, der die Csepel-Insel links umfließt. Am Anfang ist noch viel Industrie, auch 2 Rudervereine. Dann wird ein richtig hübsches Flüsschen mit minimalster Strömung daraus. Eigentlich ist es ein langgestreckter See von kleinen Dörfchen mit schönen Häuschen und Datschen umgeben und Hunderten von Anglern. Zum Mittag durften wir in einem ungarischen Olympiastützpunkt für Ruderer und Kanuten sehr gut und sehr preiswert essen. Der Nachmittag brachte bis Rackeve strömenden Regen. Immerhin hatten wir auf diesem Donauarm an diesem Tag 38 km bei stehendem Wasser zu bewältigen. Zum Glück brauchten wir unser Zelt nicht aufbauen sondern wohnten im Schlosshotel von Rackeve. Das Schloss hatte Prinz Eugen bauen lassen. Die Ungarn haben es in den 70iger Jahren restauriert. Das ist heute noch Stand. Das Hotel genügte aber unseren Ansprüchen und die Gastronomie war ausgezeichnet.

Rackeve

Wir hatten nun noch 20 km bis zur Mündung in die Donau zu rudern. Das Wetter war wieder sehr ansprechend und nicht mehr so heiß wie zu Beginn unserer Tour. Vor der Donau war natürlich noch eine Schleuse zu bewältigen. Bei nur 3 Schleusungen pro Tag, mussten wir schon zielgenau rudern, was auch gelang. Die Schleuse ist von einer interessanten Konstruktion, wie ich sie noch nie erlebt habe. Das Obertor dient als Wehr. Wenn keine Schleusung stattfindet, ist das Untertor immer geöffnet. Damit ist der Abfluss regelbar. Bei Schleusung wird das Untertor geschlossen und mit dem Obertor die Befüllung geregelt. Zum Glück sind wir bergab geschleust und mussten nicht erfahren, wie die ca. 10 m hohe Schleusenkammer gefüllt wird.

Nun waren es noch 500 m in die Donau, auf der wir auch gleich die ersten Paddler trafen. Bis Dunaúváros hatten wir noch 9 km, die wir bei bestem Wetter noch richtig genossen. Es waren unsere letzten. Die Donau ist hier schon sehr breit und strömt ordentlich, was uns auf Grund der Breite aber gar nicht so auffiel. Hier kommt die majestätische Weite der Donaulandschaft so richtig zum Tragen und vermittelt auch ein Gefühl von grenzenloser Freiheit, wie es andere Flüsse in unseren Breiten nicht so vermögen.

Donau vor Dunaúváros

In Dunaúváros war die Fahrt für uns leider zu Ende. Die Stadt selbst bietet nichts. Wer Eisenhüttenstadt kennt, versteht, was ich meine. Sie ist zeitgleich zum gleichen Zweck entstanden und hieß auch in den fünfziger Jahren genau so: Stalinvaros (= Stalinstadt)

Für uns hieß es Abschied nehmen von der TID und auch von unseren Kameraden, die mit dem Zug nach Hause reisten. Ich bin wieder mit dem Bootstransport dieses Mal direkt nach Regensburg gefahren. Dort haben wir noch einmal übernachtet und vorher natürlich die deftige Küche des oberen Donauraumes genossen.

Wolfgang Kussatz