Deutsche Sprintmeisterschaften 2020

Deutsche Sprintmeisterschaften 2020

Am vergangenen Wochenende (10./11.10.2020) fand nicht nur die einzige internationale Regatta statt, sondern auch die einzige nationale Meisterschaft in diesem Jahr. Auf der Havel in Werder wurde über die Kurzstreckendistanz von 450m die Deutsche Sprintmeisterschaft 2020 ausgetragen. Nachdem viele Regatten auf Grund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, waren das Interesse und damit auch das Meldefeld zur diesjährigen DSM umso größer. Im Vergleich zum letzten Jahr hatte das Meldefeld über 50% Zuwachs. Insgesamt hatten 91 Vereine zur Meisterschaft gemeldet in 438 Booten, wobei Renngemeinschaften nicht zugelassen waren.

Auch vier sächsische Rudervereine – der Pirnaer Ruderverein 1872 e.V., der Dresdner Ruderverein e.V., der Dresdner Ruderclub 1902 e.V. und SSV Planeta Radebeul Abteilung Rudern – schickten insgesamt 56 Ruderinnen und Ruderer an den Start. In den 16 Rennen mit sächsischer Beteiligung konnten sich unsere Sportler 7x ins große Finale rudern und 8x ins kleine Finale.

Besonders die B-Junioren konnten überzeugen und holten einen kompletten Medaillensatz nach Sachsen.

Nachdem Joel Wiener und Tom Salz vom Pirnaer Ruderverein 1872 e.V. im Junioren-Doppelzweier B bei einem Meldefeld von 36 Booten zunächst den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen mussten, legten sie im Halbfinale den Schalter um und zogen souverän mit fast 4 Sekunden Vorsprung ins Finale ein. Im Finale wurde es zunächst das erwartet enge Rennen, doch am Ende konnten sich die beiden Jungs aus Pirna mit 1 Sekunde Vorsprung doch recht deutlich durchsetzen und über Gold jubeln.

Silber im Junioren-Mixed-Doppelvierer B mit Steuermann geht an den Dresdner Ruderverein e.V. mit André Montan, Cate-Lynn Rochow, Helena Retzke, Tom Olbrich und Steuerfrau Ronja Stephan. Bei einem Meldefeld mit 14 Mannschaften, konnten sich die Dresdner in ihrem Vorlauf direkt für das Halbfinale qualifizieren. Im Halbfinale mussten sie sich mit einer knappen Sekunde der Ruder-Union Arkona Berlin geschlagen geben, aber mit dem Finaleinzug gab es noch eine Chance auf Revanche. Im Finale konnte Ronja Stephan ihre Mannschaft noch einmal zu Höchstleistung motivieren und den Abstand auf Berlin auf 3 Zehntelsekunden verringern, somit holten sich die Dresdner verdient den Vizetitel.

Als letztes Jahr bei den Deutschen U17 Jahrgangsmeisterschaften Pirna im Junioren Vierer mit Steuermann Bronze holte, war es für alle eine große Überraschung. Bei der deutschen Sprintmeisterschaft konnten sie die hervorragende Nachwuchsarbeit des Pirnaer Rudervereins noch einmal bestätigen und sich gegen 8 der 11 gemeldeten Boote durchsetzen. Damit geht Bronze an Joel Wiener, Florian Galties, Moritz Hübner, Anselm Kloo und Steuermann Marvin Tegtmeier. Leider schrammte das Skull Pendant aus Pirna (der gesteuerte Doppelvierer B) mit 0,7 Sekunden an Bronze vorbei, aber auch Platz 4 ist eine starke Leistung.

Gute Ergebnisse für die Männer des SSV Planeta Radebeul

Auch wenn es für die Männer vom SSV Planeta Radebeul leider nicht zu einer Medaille gereicht hat, sind die erreichten Platzierungen in den Finals durchaus achtbare Erfolge. Allen voran die Finalteilnahme von Franz Cherubim mit Platz 6 im Männer-Einer. Er profitierte vom Missgeschick Conrad Alberts im Halbfinale, als dieser einen Krebs fing. Conrad zeigte mit dem deutlichen Sieg im B-Finale, dass er durchaus in den Kampf um die Medaillen dabei gewesen wäre. Bei 22 gemeldeten Booten sind Platz 6 und 7 trotzdem tolle Ergebnisse. Auch im Männer-Doppelzweier konnten Conrad Albert und Matthias Hähnel mit Platz 8 bei 26 gemeldet Mannschaften eine gute Leistung zeigen.

Corona macht alles ein bisschen anders

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an den Ruder-Klub Werder (Havel), der gemeinsam mit dem Ressort Wettkampf ein Hygienekonzept erarbeitet und umgesetzt hat, um die Meisterschaften überhaupt durchführen zu können. Dank der tollen Organisation konnten wir ein reibungsloses Meisterschaftswochenende erleben mit vielen tollen und spannenden Entscheidungen. Auch wenn die Mund-Nasen-Masken immer noch gewöhnungsbedürftig sind, wissen wir, dass die Medaillengewinner dahinter lächelten, während sie sich gegenseitig die Medaillen übergaben.


Wer den Live Stream der Meisterschaft verpasst hat oder die Rennen noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet die Aufzeichnungen auf Sportdeutschland.de:

Samstag 11:15 – 17:16 Uhr (ab Hoffnungslaus SF 2x A bis Finale A JF 4x+ B)

Samstag 17:18 – 18:10 Uhr (ab B-Finale JM 4x+ B)

Sonntag 11:05 – 15:18 Uhr (ab Vorlauf A SM 8+ bis Hoffnungslauf A SM 8+)

Sonntag 15:35 – 18:00 Uhr (ab B-Finale SM/F 4x)

Eine Übersicht der Ergebnisse aus sächsischer Sicht findet ihr hier.

Alle Ergebnisse im Detail sind hier zu finden.

Im Folgenden noch ein paar Eindrücke per Screenshots (bitte entschuldigt die minderwertige Qualität, mehr hat die Verbindung leider nicht hergegeben):