U23-Ruderweltmeisterschaft 2026: Silber und Bronze für Sachsen

Bei der U23-Weltmeisterschaft auf der Regattabahn in Duisburg erlebten die sächsischen Ruderinnen und Ruderer ein Wechselbad der Gefühle. Während der Männer-Doppelzweier mit Tom Olbrich über Silber jubelte und der Frauen-Achter mit Steuerfrau Emma Lauri Mehner Bronze holte, blieb der Männerachter mit Lino Zastrow und Carl Sgonina als Fünfter hinter den Erwartungen zurück. Der Mixed-Achter mit Olbrich beendete die Premiere des neuen Formats auf Rang sechs.

Duisburg, die Stadt von Feuer und Wasser, präsentierte sich dabei als würdiger WM-Austragungsort. Auf der frisch sanierten Wedau Regattabahn herrschte an den Finaltagen eine ausgelassene internationale Atmosphäre, die den Nachwuchsruderern eine große Bühne bot. Neben den unzähligen Deutschlandfahnen der mitgereisten Fans, waren auch Fahnen aus Südafrika, Peru, Australien und viele mehr zu sehen. Und mittendrin auch eine Dresdner Fahne.

„Jeden Schlag alles geben“

Im Männer-Doppelzweier entwickelte sich das Finale zu einem echten Schlagabtausch. Das deutsche Boot mit Christian Aethner und Tom Olbrich (Dresdner Ruderverein) ging engagiert ins Rennen, blieb über weite Strecken in Schlagdistanz zu den führenden Rumänen. Im Zielsprint wurde das Rennen noch einmal komplett auf den Kopf gestellt. Portugal flog regelrecht an die Spitze und auch das deutsche Boot fand den nächsten Gang und setzte sich auf den letzten Metern noch einmal vom Rest des Feldes ab und sicherte sich den Vizeweltmeistertitel.

Der Rennverlauf zeigte, wie eng die Spitze in dieser Bootsklasse beieinander lag. Tom Olbrich brachte die Spannung nach dem Rennen auf den Punkt: „Jeden Schlag alles geben, nie einen Zweifel zeigen und am Ende das letzte Quäntchen rausdrücken.“ Der Lohn, eine sensationelle Silbermedaille im starken 24-Boote-Feld.

„Die Stimmung in der Mannschaft ist mega“

Im Frauen-Achter belohnte sich das deutsche Großboot mit Bronze. Wie schon im Bahnverteilungsrennen lieferten sich die USA und Großbritannien am Start ein heißes Duell, dem der Rest des Feldes nicht folgen konnte. Der deutsche Achter sortierte sich auf dem Bronze Rang ein, den sie ungefährdet ins Ziel brachten. Mit einem beherzten Endspurt konnten die Frauen noch einmal Boden auf die Briten gutmachen, die letztlich aber Silber ins Ziel retteten. Die USA waren schon zur Streckenhälfte enteilt und sicherten sich überlegen Gold.

Steuerfrau Emma Lauri Mehner vom Dresdner Ruder-Club lenkte das Boot mit Geschick und Übersicht durch die 2000 Meter. Der Rennplan ging voll auf und am Ende steht die verdiente Medaille. Mehner beschrieb die Stimmung nach dem Rennen mit viel Begeisterung: „Die Stimmung in der Mannschaft ist richtig mega. Es ist einfach cool, dass wir das so gemeinsam erleben konnten.“

„So einen Tag arbeitet man nicht von heute auf morgen auf“

Deutlich ernüchternder verlief der Auftritt des Männerachters mit Lino Zastrow (USV TU Dresden) und Carl Sgonina (Dresdner Ruder-Club). Zwar erreichte das deutsche Boot das A-Finale, doch im entscheidenden Rennen fehlte der letzte Zugriff auf die Medaillenränge. Der Achter blieb über weite Strecken nicht nahe genug an der Spitze, um das Rennen offen zu halten, und kam schließlich auf Rang fünf ins Ziel.

Gerade für ein Boot in dieser Tradition ist Platz fünf ein Ergebnis mit zwei Seiten: Einerseits steht der Finaleinzug für die Zugehörigkeit zur erweiterten Weltspitze, andererseits blieb der Abstand zu den Medaillenbooten spürbar. „So einen Tag arbeitet man nicht von heute auf morgen auf“, sagte U23-Trainer Christian Viedt nach dem Wettkampf: „Wir werden die WM genau analysieren. Heute ist vieles nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgenommen hatten.“

Einen zusätzlichen Akzent setzte der erstmals ausgetragene Mixed-Achter. Auch hier war Tom Olbrich gefordert, der nach seinem Einsatz im Männer-Doppelzweier ein zweites Mal an den Start ging. Das deutsche Boot belegte Rang sechs und rundete damit den Finaltag eines intensiven WM-Wochenendes ab.

Bilder: rudern.de/Seyb

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