Kleinboot-DM und U19-Test: Sachsens Kader vor der ersten großen Bewährungsprobe

Die Deutsche Kleinbootmeisterschaft 2026 in München-Oberschleißheim wird für Sachsens Ruderinnen und Ruderer zur ersten großen Wasser-Standortbestimmung – und zur Fortsetzung der Geschichte, die bei der Kaderlangstrecke in Leipzig begonnen hat.

 

Drei Tage, die Weichen stellen

Vom 17. bis 19. April trifft sich die deutsche Ruderelite auf der Olympia-Regattastrecke in Oberschleißheim zur Deutschen Kleinbootmeisterschaft 2026. 215 Boote aus 120 Vereinen sind gemeldet, in 15 Bootsklassen werden die Meisterinnen und Meister im Einer und Zweier ohne ermittelt. Für den Bereich U19 kommt parallel die erste Leistungsüberprüfung der Juniorinnen und Junioren hinzu – hier werden erste Weichen für Junioren-EM und Junioren-WM gestellt. WM-Tickets lassen sich noch nicht sichern, aber man kann sich in München schon aus dem Kreis der aussichtsreichen Kandidatinnen und Kandidaten verabschieden.

 

Männer-Einer: Felix Krones und das erste U23-Jahr

Im Männer-Einer trifft Felix Thomas Krones (USV TU Dresden) auf ein stark besetztes Feld, das laut DRV mit 49 Booten das beste Meldeergebnis aufweist. Der Juniorenweltmeister 2024 im Doppelvierer, holte letztes Jahr Bronze im Doppelzweier bei der JWM und ist amtierender Vizejuniorenweltmeister im Beach Sprint. Nun startet er in sein erstes U23-Jahr. Bei der Kaderlangstrecke in Leipzig sammelte er im großen Männerfeld wichtige Erfahrung; in München geht es nun darum, sich in den Vor- und Zwischenläufen clever zu positionieren und den Anschluss an die U23-Spitze zu halten.

 

Aus sächsischer Sicht komplettieren Lukas Haaser (Laubegaster RV Dresden) und Tom Olbrich (Dresdner RV) das Startertrio im Einer. Olbrich war in den vergangenen Jahren im Riemenbereich unterwegs und hat sich mit der Langstrecke in Leipzig im Einer zurückgemeldet. Haaser war bereits letztes Jahr bei der U23-WM im Doppelvierer erfolgreich, wo er Bronze mit seinem Team holte. Zur Frühjahrslangstrecke musste er leider abmelden. Damit ist die Kleinbootmeisterschaft eine erste Standortbestimmung für die Saison 2026 für ihn.

 

Männer-Zweier ohne: Dichtes sächsisches Paket

Besonders spannend aus sächsischer Sicht ist wie so oft der Männer-Zweier ohne. Gleich vier Boote mit sächsischer Beteiligung stehen am Start:

 

  • Konstantin Wetzler (Dresdner RC) / Laurenz Knorr (Pirnaer RV): Das junge Duo kam bei der Kaderlangstrecke in Leipzig auf Rang 18 und in der inoffiziellen U23-Wertung auf Rang 7. Beide konnten letztes Jahr schon internationale Erfahrung im Juniorenbereich sammeln. Konstantin holte mit dem Achter JWM-Bronze. Ebenfalls Bronze sicherte sich Laurenz beim Beach Sprint im Zweier beim Coupe de la Jeunesse. Im ersten Seniorenjahr geht es nun darum, sich im U23-Bereich zu etablieren.
  • Carl Sgonina (Dresdner RC) / Max Goede (Schweriner RG): Platz 12 und drittschnellstes U23-Boot bei der Leipziger Langstrecke, dazu U23-Erfahrung aus den vergangenen Jahren – für Sgonina ist es das letzte U23-Jahr, der Weg zur U23-WM 2026 führt nur über ein starkes Ergebnis in München.
  • Julius Richard Schüller (ARV zu Leipzig) / Franz Rudolph (Dresdner RC): Die neue Kombi aus Leipzig und Dresden kam beim der Langstrecke in Leipzig noch nicht so richtig in Fahrt. In München gilt es den Anschluss an die U23-Spitze wieder herzustellen.
  • Lino Zastrow (USV TU Dresden) / Julius Kaim (TVK Essen): Die Kombination war in Leipzig zweitschnellstes U23-Boot auf Platz 11. Zastrow will wie im Vorjahr einen Platz im „kleinen Deutschlandachter“ erkämpfen, München ist dafür der nächste Pflichtschritt.

Dazu kommt aus DRV-Sicht der bereits etablierte Zweier ohne mit Julian Garth / Simon Schubert (Crefelder RC / RC Germania Düsseldorf), der bei der Kaderlangstrecke Platz 6 belegte und sich ebenfalls wieder für internationale Einsätze empfehlen möchte.

 

Juniorinnen und Junioren A: Laux, Büttner/Rothe und Co. im Fokus

In der Leistungsüberprüfung des Junior-A-Bereichs sind mehrere sächsische Talente gemeldet, die schon 2025 national und international für Schlagzeilen sorgten:

 

  • Mia Laux (SC DHfK Leipzig) startet im Juniorinnen-Einer A. Nach ihrem Überraschungs-Vizetitel im JF 1x A bei der DJM 2025 und Doppel-Gold beim Baltic Cup in Schweden zählt sie zum erweiterten Favoritenkreis. Bei der Kaderlangstrecke in Leipzig fuhr sie in einem Feld von 43 Ruderinnen auf Platz 13 – in München möchte sie zeigen, dass sie in Richtung Junioren-WM noch näher an die Spitze herangerückt ist.
  • Im Junioren-Einer A gehen Moritz Herrmann (Pirnaer RV)Heinrich Joost (Dresdner RV) und Philipp Prüfer (USV TU Dresden) an den Start. Moritz und Philipp konnten schon beim Baltic Cup im vergangenen Jahr erfolgreich internationale Erfahrung sammeln. Für alle drei gilt es sich im direkten nationalen Kleinbootvergleich für Großboot-Projekte und weitere internationale Aufgaben zu empfehlen.
  • Im Juniorinnen-Zweier ohne bilden Luise Paulett Wartmann (SC Magdeburg) / Selma Ritter (Dresdner RC) eine schlagkräftige Kombination. Ritter kommt mit frisch gewonnener Beach-Sprint-Weltmeisterschaft im Juniorinnen-Doppelzweier im Rücken nach München und zeigte sich bereits bei der Kaderlangstrecke mit Platz 7 im Juniorinnen-Zweier ohne in guter Form. Jetzt soll es noch einen Schritt weiter vor gehen über die 2.000 Meter Strecke.
  • Im Junioren-Zweier ohne gehören Bruno Büttner (Dresdner RC) / Leonard Rothe (ARV zu Leipzig) zu den sächsischen Hoffnungsträgern. Das Duo holte bei der Kaderlangstrecke in Leipzig Bronze im JM 2- A und hat sich damit eine hervorragende Ausgangslage für die erste Kleinbootüberprüfung geschaffen.

Gerade im U19-Bereich geht es in München nicht nur um Zeiten, sondern auch um das Gefühl im Boot: Wer zeigt sich nervenstark? Wer kann drei Rennen auf hohem Niveau durchziehen? Die Antworten entscheiden über die Chancen auf Junioren-EM und Junioren-WM.

 

Fazit: Große Bühne, hoher Druck

Die Deutsche Kleinbootmeisterschaft gilt weiterhin als „Tor zur Nationalmannschaft“. Cheftrainer Marcus Schwarzrock erwartet „spätestens ab dem Halbfinale harte Auseinandersetzungen“, der Wetterbericht verspricht gute Bedingungen über alle drei Tage.

 

Für die sächsischen Ruderinnen und Ruderer ist München damit ein Prüfstein mit klarer Botschaft: WM-Tickets werden hier noch nicht vergeben – aber man kann sie sich auf der Olympia-Strecke schon verspielen.

 

Zu Hause mitfiebern

Sporteurope.tv streamt die Meisterschaftsrennen an allen drei Tagen im Internet. Hier die Links für FreitagSamstag und Sonntag.

 

Die Ergebnisse könnt ihr zudem auf der Veranstalterseite der Rudergesellschaft München finden.

Bilder: meinruderbild.de/Seyb

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