Qingdao/Dresden, 20. Oktober 2026. Zwei Weltmeister aus Sachsen: Sophie Leupold und Franz Werner vom Pirnaer Ruderverein haben bei den World Rowing Beach Sprint Finals im chinesischen Qingdao die Goldmedaille im Mixed-Doppelzweier gewonnen. In einem packenden Finale setzte sich das Duo gegen die zweifachen Titelverteidiger aus Litauen durch. Es ist ein historischer Erfolg: Leupold und Werner sichern Deutschland das erste WM-Gold in einer Erwachsenen-Bootsklasse des Beach Sprints. Zusätzliche Bedeutung erhält der Titel mit Blick auf Los Angeles 2028 – dort gehört die Disziplin erstmals zum olympischen Programm.
Ein Finale, entschieden im Sand
Bis zum letzten Sprint blieb das Rennen spannend. Zunächst erwischte das litauische Team den besseren Start. Leupold und Werner holten auf dem 500 Meter langen Ruderkurs jedoch auf und übernahmen an der Wende die Führung. Die Titelverteidiger kamen noch einmal heran. So fiel die Entscheidung erst nach der Rückkehr an den Strand: Franz Werner erreichte den Zielbuzzer knapp vor seinem Gegner und machte den Weltmeistertitel für das Pirnaer Boot perfekt.
Dabei hatte die WM für die beiden alles andere als reibungslos begonnen. Hohe Wellen und stark wechselnde Bedingungen machten bereits die Qualifikation zu einer schwierigen Aufgabe. Nach Platz elf im ersten Zeitfahren mussten Leupold und Werner ein zweites Mal antreten. Dort schafften sie als Achte ganz knapp den Sprung in die nächste Runde. Aus der Zitterpartie zum Auftakt wurde am Ende der größte Erfolg.
Rudern, laufen, wenden: Was Beach Sprint besonders macht
Beach Sprint ist die kurze, temporeiche Wettkampfform des Küstenruderns. Anders als beim klassischen Rudern auf geraden Bahnen gehören hier Wellen, Wind und enge Kurven um Bojen dazu. Im Mixed-Doppelzweier sitzen eine Frau und ein Mann gemeinsam im Boot.
Das Rennen beginnt mit einem Sprint über den Strand zum Boot. Anschließend führt der Kurs hinaus aufs Wasser, im Slalom um Bojen herum und gerade zurück ans Ufer. Zum Abschluss springt ein Teammitglied aus dem Boot und läuft zum Zielbuzzer. In den entscheidenden Runden treten jeweils zwei Boote direkt gegeneinander an: Wer gewinnt, kommt weiter. Deshalb zählen nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch sichere Wendemanöver, schnelle Wechsel zwischen Strand und Wasser und ein kühler Kopf.
Auch Leipzig unter den besten Vier
Für ein weiteres starkes sächsisches Ergebnis sorgte Franz Cherubim vom Akademischen Ruderverein zu Leipzig. Er belegte mit dem deutschen gesteuerten Mixed-Doppelvierer den vierten Platz und verpasste damit eine WM-Medaille nur ganz knapp. Zur Mannschaft gehörten neben Cherubim Katharina Bauer, Julius Blümel und Judith Guhse sowie Steuerfrau Jette Hansen. In dieser Bootsklasse rudern zwei Frauen und zwei Männer gemeinsam; eine zusätzliche Person steuert das Boot.
Cherubim hatte bereits bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals 2026 auf sich aufmerksam gemacht: Gemeinsam mit Judith Guhse gewann er den Mixed-Doppelzweier – damals vor Leupold und Werner. Sophie Leupold holte zudem den deutschen Meistertitel im Einer, Franz Werner wurde im Männer-Einer Zweiter. Die WM-Ergebnisse krönen damit eine sehr erfolgreiche Saison des sächsischen Trios.
Ein starkes Signal auf dem Weg nach Los Angeles
Leupold und Werner gehören schon länger zur internationalen Spitze: 2025 gewannen sie gemeinsam EM-Silber im Mixed-Doppelzweier. Mit dem Weltmeistertitel in Qingdao gelingt ihnen nun ein besonderer Erfolg in einer Disziplin, deren Konkurrenz vor der olympischen Premiere weiter wächst. Eine Olympiaqualifikation bedeutet das WM-Gold noch nicht – es zeigt aber eindrucksvoll, dass das Pirnaer Duo auf höchstem internationalem Niveau bestehen kann.
Bilder: rudern.de
Text mit KI Unterstützung erstellt

